Blühende Mandelbäume
Die Landschaft der Algarve in weissem Gewand
Den Frühling ankündigend, bedecken die blühenden Mandelbäume die Algarve mit ihrem weissen Kleid. Die südlichste Region Portugals mit ihren natürlichen Gegebenheiten und dem aussergewöhnlichen Klima bietet diesen spektakulären Anblick immer wiederkehrend. Ein Szenarium das sich in der fruchtbaren Landschaft des „Barrocal” ausbreitet, wenn die Mandelblüten mit ihren unzähligen Blütenblättern die Felder bedecken und die Landschaft, unter den milden Strahlen der Sonne, wie mit Schnee bedeckt erscheint.
Die Decke aus weissen und rosa Tönen hat eine besondere Bedeutung in den Dörfern im Inneren der Algarve. Zwischen den Bezirken Lagos und Loulé, deren Namen aus dem Arabischen stammen, hier, wo sich die Landschaft mit unzähligen Mandelbäumen dem Betrachter zur Schau stellt, haben eben diese Blüten zur Entstehung der bezaubernden Legende beigetragen.
Die Legende der Mandelbäume
Der Legende nach gab es in der Zeit, als die Algarve (Al- Gharb) zu Arabien gehörte, einen Maurenkönig in Silves. Den jungen Ibn-Almundim. Der König verliebte sich in Gilda, die Tochter eines fremdländischen, weit aus dem Norden stammenden Lords. Die Hochzeit der beiden war ein großes Fest und die beiden liebten sich sehr. Doch obwohl Ibn-Almundim seiner jungen wunderhübschen Königin jeden Wunsch erfüllte, bevor sie ihn ausgesprochen, ja nur gedacht hatte, fand er sie im Laufe der Zeit immer öfter in melancholischer Trauer. Der König versuchte alles, seine Königin aufzuheitern – doch vergeblich. Nichts konnte ihren Schmerz lindern.

Foto: Gemälde im Palast Estoi an der Decke im Entré.
Da Ibn-Almundim wusste, dass sie ihm den Grund ihrer Schwermut nicht nennen würde, um ihn nicht zu bekümmern, nicht zu kränken, bat der König eine von Gildas Kammerzofen, das Geheimnis zu erforschen und ihm zu offenbaren.
So erfuhr er bald, dass seine Königin im ständigen Sommer- Sonnen- Land Algarve Sehnsucht nach den schneebedeckten Feldern ihrer fernen nordischen Heimat hatte.
Monate gingen ins Land, ein neues Jahr begann – Gilda wurde immer trauriger.
Eines Februarmorgens führt der König seine geliebte Frau auf einen Turm der Burg. Gilda steht in sprachlosem Entzücken: Eine weiße Decke breitet sich über Täler und Hügel, nach allen Seiten und bis zum Horizont – der rosa schimmernde Schnee der Mandelblüte. Mit der Anpflanzung tausender Mandelbäume hatte der König den Wunsch seiner Frau zu erfüllen gesucht. So dass diese in der Blüte stehend den ganzen Süden weiß erstrahlen lassen sollten.Und augenblicks fielen Heimweh und Traurigkeit ab von Gilda und König und Königin lebten fortan in ungetrübtem Glück bis an ihr seliges Ende.
Und so ward es geschehen, dass seit dieser Zeit jedes Jahr in der Algarve die Magie der blühenden Mandelbäume lebt.